Samstag, 22. September 2018
"Das ist meine wilde Natur."
-"Ich sehe nichts als Schönheit."
"Dann seht Ihr mich überhaupt nicht."



Guilietta Tolomei & Romeo Marescotti

-- aus Anne Fortier - Julia

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Montag, 10. September 2018
„Man nennt mich einen Narren. Wird Gott, wenn er mich einst zu sich ruft, mich ebenso nennen?“

"Ludwig hat nur darnach gestrebt, seinem Volke der wahrhaft treueste Freund zu sein und es ist ihm gelungen, sein Volk zu beglücken.“

„Ein ewiges Räthsel will ich bleiben mir und anderen...“

"Mein Herz weiß nichts von Schmerzensschauern. Doch ihres traf ein scharfer Pfeil."

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Take your Time


https://www.youtube.com/watch?v=iXi6IHFHeIA


~I don't wanna steal your freedom~

~I don't wanna steal your colours~


Ich hab das Gefühl, das ist genau das was Typen machen.
Den starken, temperamentvollen Frauen das Feuer zu rauben.

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Sommerplaylist 2018
Ariana Grande - God is a woman
Mario Bischin - Macarena
Daddy Yankee - Dura
Becky G - Mayores
Shakira feat Maluma - Chantaje
CNCO - Hey DJ
Charlie Puth - Boy
Becky G - Sin Pijama
Fedez - Magnifico
Gianna Nannini - Bello e impossibile
Christine Baranski - Does your mother know
Josh Dylan feat. Lily James - Why did it have to be me?
The Shires - Friday Night
Pia Mia feat. Jeremih - I'm a fan
HRVY - Personal
Nick Jonas - Bacon
Jessica Jarell - Gravitiy
Anitta feat J Balvin - Downtown
The 1975 - Girls
Nuro feat. Felix Krull - 36 km/h
Patrick Nuo - 5 days
Dreezy feat. Jeremih - Body
Chris Brown feat. Tyga - Ayo
DJ Khaled - I'm the one
Maroon 5 - What Lovers do
Juanes - La camisa Negra
Los Lobos - La Bamba
Panic! At the Disco - High Hopes
Luis fonsi - Calypso
Boomdabash - Non ti dico no
Irama - Nera
Matt Hunter feat. Lele Pons - Dicen
Jasmin Tabatabai - Ich will keinen Mann
Matchbox Twenty - She's so mean
Sam Hunt - Take your time
Anna-Marie feat. Marshmello - Friends
Fun - Some nights
Niki & Gabi - Out from under you
Maggie Lindemann - Obsessed
Hey Violet - Guys my age
Nike & Gabi - Flowers
Bart Baker - Kimye
Marina and the Diamonds - How to be a Heartbreaker
Chris Brown - Loxal
Rick Springfield - Jessie's Girl
Train - Mermaid
Josh Groban - Evermore
Orianthi - According to you
Lady Gaga - Eh eh
Avery - Sex with you
Cher - The shoop shoop song
Cobra Starship feat. Leighton Meester - Good girls go bad
Pia Mia - Off my feet
Charlie Puth - How long
Owl city - Sunburn
Charlie Puth - Slow it down
Cody Simpson - Summer shade
Cody Simpson - Happy lil' Hippie
Annie Lennox - Walking on broken glass
Fall out boy - Thnks fr th mmrs
Alli Simpson - Roll 'em up
Elen Levon - Wild Child
The Cab - Moon
Ariana Grande - You'll never know
Christine Baranski, Julie Walters, Amanda Seyfried - Angel Eyes
Keith Urban - Female
Amanda Seyfried feat. Dominic Cooper - One of us

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Dienstag, 4. September 2018
I can see the future in panaromic view
Hey ihr Lieben!

Es gibt so viel zu erzählen, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Ich bin letzte Woche aus dem Urlaub wiedergekommen. Es tat so gut, endlich mal auszuschlafen, den ganzen Tag am Strand zu iiegen, nachzudenken und zu lesen.
Ich fühle mich so verbunden zu dieser kleinen italienischen Insel. Vielleicht weil ich als Kind dort fast jeden Sommer verbracht habe. Oder vielleicht weil generell ein Platz in meinem Herzen nur für italienische Städte reserviert ist.
Ich habe diesen Sommer angefangen einige Klassiker zu lesen. Stolz und Vorurteil, Harry Potter (ja, es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich Harry Potter lese und ich finde es grandios) und gerade bin ich am Großen Gatsby dran. Momentan bin ich auch irgendwie so wissensbegierig, dass ich lauter Dokumentationen anschaue.
Natürlich hab ich mich wie jeden Sommer mit den italienischen (und sehr dünnen) Straßenkatzen angefreundet und ich hätte am liebsten jede von ihnen mit nach Hause genommen. Ich fühlte mich sehr im Einklang mit mir selbst, mit der Insel (so komisch es auch klingen mag).
Ich konnte endlich so viel nachdenken und obwohl ich immer noch mitten im Prozess bin was mein Selbstbewusstsein angeht, ist mir so sehr bewusst geworden, wie sehr sich mein Leben seit der Trennung verbessert hat. Ich bin so frei. Ich würde nie sagen, dass er mich angekettet hat - metaphorisch gesprochen -, aber vielleicht hab ich mich irgendwie selbst angekettet? Nicht an ihn, aber an seinen kleinen Horizont. Ich war nicht sauer, als ich aus seiner Tür ging. Ich war frei. Ohne zu wissen, zu realisieren, dass ich zuvor gefangen war.

Ich wollte auch noch von meinem Praktikum erzählen.
Ich hatte anfangs Bedenken, weil das der Beruf ist, den ich seit der vier Jahren mal mehr, mal weniger vor Augen hab. Ich hatte Angst, dass meine Erwartungen daran zu hoch wären und dass ich enttäuscht werden würde.
Das Gegenteil ist passiert. Es. ist. geil. Es ist so spannend, die Kollegen sind so jung, so motiviert und werden dennoch immer so unterschätzt und als faul abgestempelt.
Ich saß in einem Raum mit Vergewaltigern, Dieben, Betrüger und sogar Mördern.
Ich dachte, dass mich dass sehr belasten würde, aber so war es nicht. Klar, ich hab den Vergewaltiger angeschaut und mir "Du Bastard" gedacht, aber es hat mich psychisch nicht so beschäftigt, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Vielleicht, weil das Opfer sehr stark war und nicht geweint hat und die Tat auch eine Dekade zurückliegt. Vielleicht auch, weil ich nicht von Anfang an bei dem Fall dabei war.
Was den Mord anging, war es ein bisschen anders.
Der Fall hat mich von Anfang an sehr beschäftigt. Als ich die Anklageschrift inklusive der ganzen grausamen Details gelesen hab, war ich erstens schockiert, zweitens enttäuscht von der Presse, die das Ganze nicht so rüber gebracht hat.
Wenige Tage später war ich im Gericht. Es war nicht mein erster Augenkontakt mit einem Mörder. Mein Blutdruck und meine Wut stiegen und ich versuchte ihn so böse anzuschauen wie ich nur konnte - auch wenn ihn das wahrscheinlich überhaupt nicht gejuckt hat. Er war kaum älter als ich und ich fragte mich erneut wieviel in der Kindheit und Erziehung falsch laufen muss/kann um solche Monster zu erschaffen. Wobei ich auch sagen muss, dass ich denke, dass jeder Mensch zum Mord fähig ist. Es schockierte mich, als ich sah, dass er gar nicht so psycho dreinschaute wie auf den Zeitungsbildern. Und ich konnte es nicht fassen, als er vor der Verhandlung lachend im Gerichtssaal hockte, die Hand einer Mitarbeiterin küsste, eine charismatische und einnehmende Ausstrahlung hatte und mit seinen Textmarkern Dinge auf seinem Blatt markierte. Nachdem er das Leben von so vielen Menschen zerstört hat. Ich war fassungslos, schockiert und wütend zugleich. Ich konnte diese Form der Kaltblütigkeit nicht verstehen.
Die Verhandlung an sich war hochinteressant. Ich kann es nur jedem empfehlen ab und an mal ins Gericht zu gehen. Es ist so interessant, facettenreich und bereichernd. Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und man kommt mit den unterschiedlichsten Menschen in Berührung.
Ein Kollege von mir hat was ziemlich Kluges gesagt:"Es kann ziemlich schwer sein, jemanden geplant zu umzubringen. Aber es passiert oft so schnell, dass jemand versehentlich getötet wird."
Ich bin also nach wie vor davon überzeugt, dass ich diesen Beruf erlernen möchte. Natürlich hab ich noch einen sehr langen Weg vor mir und ich kann meine Meinung jederzeit ändern. Aber ich würde mir wünschen, dass dieses Land ein wenig sicherer würde. Und wenn ich irgendwann nur dazu beitragen kann, dass jemand seine gerechte Strafe bekommt, ist es die ganze Zeit des Studiums wert.

Ich bin diesen September in vier verschiedenen Ländern. Ich weiß, das ist ein bisschen viel auf einmal, aber es hat sich alles so ergeben und ich freue mich sehr. Reisen ist so bereichernd. Obwohl ich es natürlich auch immer liebe, wieder nach Hause zu kommen. Denn hier ist mein Herz verankert - so sehr ich auch andere Städte in mein Herz geschlossen hab.
Ich muss sagen, dass ich ein bisschen Bedenken habe, was die Reise mit Chris nach Barcelona angeht. Natürlich, sobald ich wieder Single bin, dichtet man mir eine Beziehung mit Chris an, aber so ist es nicht. Wir werden in Barcelona in einem Doppelbett schlafen. Ich würde nie irgendwas tun, um unsere Freundschaft zu gefährden, aber ich kann auch seine Intentionen momentan nicht einschätzen. Ich hoffe einfach, dass alles gut läuft. Vor allem auch, wenn ich introvertiert werde, weil ich nachdenklich bin und Zeit für mich brauche. Wir werden sehen.

Was ich noch erzählen wollte: Ich hatte ja mal gesagt, ich würde nie wieder was mit jemandem anfangen, der jünger ist als ich. Ha ha.
Naja, ich war vor ein paar Wochen mit Ina, Vroni und Macy feiern und dann hab ich mit so einem Typ getanzt (Timtomjanjohn - keine Ahnung, wie er hieß - irgendwas kurzsilbiges) und ich dachte, er wäre Mitte zwanzig. Wie ich drauf komme? Nun ja, eineinhalb Köpfe größer als ich, Bart, selbstbewusst und tatsächlich endlich mal jemand der beim Tanzen ein bisschen mithalten konnte. Als er mir dann eröffnete, dass er zwei Jahre jünger als ich war, konnte ich es nicht glauben. Er hat mir immer mal wieder diesen Blick zu geworfen, ihr wisst schon, so kurz vorm Kuss. Aber ich hab ihn immer ganz erwachsen von mir geschubst, ihn frech angegrinst und weiter getanzt. Denn das muss man ihm lassen: tanzen konnte er. Und das war tatsächlich mal erfrischend.
Kurz bevor Ina, Vroni und Ich den Club verließen (Macy hat uns schon ein paar Stunden zuvor verlassen, nachdem sie was mit zwei Typen hatte) hab ich ihn dann doch geküsst. Nicht so krass. Ich weiß auch nicht warum. Ich hatte Bock drauf und es war mir egal. Er hat mir zwar noch mal geschrieben und meinte, dass er sich treffen will, aber ich hab ihm klar gemacht, dass das keine gute Idee ist, weil ich nicht auf der Suche nach irgendwas bin. Das war eine einmalige Sache für mich und Ende. Übrigens hab ich mich im Club die ganze Zeit so wie Tanja aus Mamma Mia gefühlt. Und dann am nächsten Tag aus "Does your mother know" in Dauerschleife gehört.

Oh à propos. JULIA HAT EINEN FREUND! Ja, die Julia aus der einen Nacht. Und ja, die Julia, von der ich dachte, sie hat Gefühle für Jonas (was ich auch immer noch glaube). Sie meinte zwar immer, sie wolle keine Beziehung, aber ich glaube, irgendein Teil von ihr hatte diese ganzen lockeren Affären satt und sehnte sich nach etwas Liebe. Aber es ging so schnell. Die beiden kannten sich glaub ich erst drei Wochen und er ist ihr Arbeitskollege. Ich hatte anfangs ein bisschen meine Zweifel, weil sie sofort bei ihm eingezogen ist (übrigens verlässt sie die Stadt jetzt übrigens nicht), er ihr sein Auto geschenkt hat und alles ein bisschen einen Sugar-Daddy/50-shades-of-grey-touch hatte. Aber im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden wie er seine Beziehung führt und solange sie glücklich ist, ist mir der Rest egal. Ich hab noch nicht mit ihr persönlich gesprochen, aber ich wollte mich demnächst mal mit ihr treffen und mir die ganze Situation aus der Nähe ansehen. Bin schon sehr gespannt!

Oh und was die Situation mit meinem Tutor T angeht: Er meinte, dass er in festen Händen ist. Anfangs war mir das Ganze sehr unangenehm, weil es ein vollkommen neues Terrain für mich war und ich noch nie so forsch einem Mann hinterhergejagt habe, aber schlussendlich hat diese Erfahrung außerhalb meiner Komfortzone zum Aufbau meines Selbstbewusstseins beigetragen.

Ich wollte diesen Sommer so viele Erinnerungen wie möglich schaffen und ich hätte nicht gedacht, dass sich das so gut in die Tat umsetzen lässt.

Ansonsten gibt's nicht viel Neues. Ich fliege dieses Wochenende in eine französische Stadt und besuche Marlene. Ich freue mich schon so sehr!

Ich muss los, bis dann! :*

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Donnerstag, 19. Juli 2018
Drunk nights
Manche Nächte, in denen man vom Feiern heimkommt, sind dafür gemacht betrunken ins Bett zu fallen.
Andere sind dazu bestimmt, dass man auf dem Boden sitzt, leise Musik hört und tiefgründig Gedanken hat.

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Mittwoch, 11. Juli 2018
I need a private show
Hey ihr Lieben,

hier ist wie versprochen die Fortsetzung meines Wochenenddramas.
Ich hab einige Leute schon seit mehreren Tagen gefragt, ob sie auf das Sommerfest der Uni gehen.
Einmal war ich mit Max und Hendrik in der Mensa. Was auch sehr komisch war. Hendrik ist nicht unbedingt der offenste Typ und wenn er männliche Freunde von mir kennenlernt.
Er war anfangs sehr reserviert gegenüber Max, aber mit der Zeit wurde es besser. Als wir draußen am Tisch saßen, fragte ich in unsere Dreierrunde, ob sie denn auf das Sommerfest gehen. Beide antworteten mit ja, nachdem ich die Gegenfrage, ob ich gehe ebenfalls bejaht hatte. Für mich war das eine ganz unverbindliche Konversation, keine schriftliche Einladung mit Briefmarke und Siegel. Max hat das auch so aufgefasst. Hendrik, wie sich später rausstelle, nicht.
Der Abend des Sommerfestes war gekommen, ich war davor bei Toni und danach fuhren wir zusammen zur Uni, um uns an der Straßenecke hinter der Uni mit den beiden Julias zu treffen. Die Bar war brechend voll - nicht unbedingt verwunderlich, aber wir dachten nicht, dass es so voll werden würde. Daher dauerte es eine Weile, bis wir überhaupt einen Tisch bekamen. Zuvor fragte Hendrik, wann wir denn auf dem Sommerfest sein würden und ich antwortete wahrscheinlich zwischen zehn und elf. Wir Mädels hatten, als wir einen Tisch bekamen, echt eine gute Zeit in der Bar. Irgendwann nach Gesprächen über Exfreunde, Dreier und unser Jagdvorgehen, schrieb Hendrik und fragte, wo ich wäre. Ich antworte, wir würden gleich da sein, weil wir gerade ausgetrunken hatten und bezahlen wollten. Tja, dadurch, dass die Bar so voll und das Personal dort total unterbesetzt war, konnten wir ernsthaft erst nach einer halben Stunde bezahlen. Mittlerweile war es halb zwölf. Wir gingen im Schnellschritt zur Uni und ich schrieb Hendrik, dass wir da wären. Keine Antwort.
War mir dann auch ehrlich gesagt egal, weil ich den Alkohol in meinem Blut spürte und Spaß mit meinen Freundinnen haben wollte. Es war wirklich cool. Julia ist schon um zwei gegangen, weil sie letzte U-Bahn erwischen wollte. Toni und ich hatten gedacht, vielleicht bis halb vier zu bleiben. Haha. Es ist dann noch ziemlich cool geworden. Wir hatten einige nette Gespräche mit komischen und auch angetrunkenen Typen, die sich selbst falsche Namen gaben. Wir sahen den Typ aus der Bib wieder, der immer laut "scheiße, scheiße, scheiße" flüstert, wenn er im Stress ist. Ich tat so, als wäre Toni meine Freundin, als mich ein komischer Typ anlaberte und sie spielte ungewollt mit ohne es zu ahnen. Wir tanzten sehr viel. Um vier gönnten wir uns dann eine Pizza, was wahrscheinlich der Grund ist, warum Toni so lange durchgehalten hat (normalerweise will sie immer um zwei heim). Ach ja und wir haben ein einigermaßen gutes Abwehrsystem gefunden, was Leute angeht, die beim Tanzen mit dem Rücken zur dir hinter dir stehen. Arsch an Arsch praktisch. Sowohl letzte Woche als auch dieses Mal waren Typen dabei, die ihren Booty von meinem weggetan haben. Beste Abwehr: Sehr aggressiv mit dem eigenen Popo gegen den fremden Popo tanzen, als würde man ihn anmachen wollen. Das verwirrt sie nämlich total und ist superlustig. Ich muss zugeben: bei einem Kandidaten, der schon sehr betrunken war, wirkte es nicht wirklich. Er dachte wohl wirklich, dass ich ihn anmachen will. Kurz bevor wir gingen, tanzte ich noch kurz mit einem Typen, der mir auffiel, weil es - im Gegensatz zu den anderen Kerlen - genau so wild gestikulierend und melodramatisch "I want it that way" mitsang/tanze wie Toni und ich.
Als wir nach Hause gingen, wurde gerade der Himmel über der schönsten Straße dieser Stadt hell und es war einfach wunderschön. Toni und ich sind um sechs bei ihr gewesen. Wir dachten, wir wären krass, bis wir erfuhren, dass ihr jüngerer Bruder erst um acht heimgekommen ist. Wir hatten dann vier Stunden Schlaf, haben dann ausgiebig um zwölf gefrühstückt. Dann bin ich zu Naomi. Wir waren erst bei Ikea und haben ein paar Sachen für ihre Wohnung gekauft. Dann sind wir zu ihrem Freund und haben da mit ihm und seinem Kumpel gegrillt. Und dann sind wir zu ihr gefahren, haben ihre neue Wohnung angeschaut und sehr fleißig ein Ikearegal aufgebaut.
Schon am Morgen diesen Tages hatte ich eine Nachricht von Hendrik bekommen:"Was war das denn für eine Aktion gestern?"
Ich habe ihn gefragt, wo er denn war und er meinte, er sei nach zwei Stunden warten heimgegangen. Erstens fand ich es komisch, dass er dann scheinbar schon um zehn da war, obwohl ich von einer weite Zeitspanne sprach. Außerdem hätte ich nie gedacht, dass er alleine kommt. Ich dachte, er nimmt vielleicht auch ein paar Freunde mit und wir treffen uns dann unverbindlich irgendwo auf dem Sommerfest. Im Nachhinein hätte ich es mir denken können. Er hat nicht wirklich viele Freunde und die Leute aus seinem Semester sind alle mitten in der Prüfungsphase. Aber trotzdem überraschte es mich, wahrscheinlich weil ich einfach ganz anders bin. Wenn etwas so unverbindlich ausgemacht ist, würde ich erstens nie alleine hingehen und zweitens auch nicht so lange warten. Mir ist auch gar nicht in den Sinn gekommen, dass er so lange wartet. Ich dachte, er wäre schon mir irgendwelchen Freunden reingegangen.
Naja, auf jeden Fall hab ich mich dann entschuldigt, dass wir uns da missverstanden haben. Und er hätte es gut sein lassen können. Aber es ist ja Hendrik. Dann ging es erst richtig hab. Nachdem er mir davor immer wieder schrieb, "ich dachte, wir machen das zusammen" (wobei mir dieses Wort "zusammen" sehr gestört hat), fing damit an, dass er so viel in unsere Freundschaft investiert und ich keine Gefühle zeige. Und das ich ihm immernoch ein Rätsel bin, obwohl er ja so gut darin ist, Leute zu durchschauen. Here we go again. Ich wurde schon öfter - insbesondere von schwachen Kerlen - als Rätsel bezeichnet. Und am Anfang lieben sie Rätsel und finden es spannend, aber wenn dann der Tornado von Charakterzügen auf sie zukommt, fangen sie an wegzurennen und sich zu verstecken. Und das ist vollkommen okay für mich. Ich brauche sie nicht. Ich weiß, dass mein Charakter komplex ist und bisher konnte dieses Packet noch niemand handeln. Und das ist ebenfalls okay. Ich finde es nur immer wieder amüsant, wenn sie danach überrascht sind. Ich meinte darauf hin, dass er bei mir an der falschen Adresse sei, wenn er irgendwelche Gefühle von mir erwartet. Ich bin nicht der Typ dafür, noch dazu, wenn ich so danach gefragt werde. Außerdem glaube ich auch, dass er nicht nur die rein freundschaftlichen Gefühle meinte. Und bezüglich des Rätsels meinte ich, dass sich daran nichts ändern wird. Und dann war er so dreist und fing an mich so analysieren. Er hat mir unterstellt, ich hätte auf jeden Fall Gefühle für ihn, was ich gewagt fand, wo ich ihm doch seine Grenzen klar aufgezeigt hatte. Am Ende eines ewig langen Textes über meine Gefühle für ihn, die in angeblichen Schutzmechanismen hängen bleiben, beendete er den Text mit: Naja, ist ja deine Sache. Darauf antwortete ich nur "Richtig". Sehr knapp, ich weiß, aber ich fand Tonis Theorie ganz plausibel. Sie meinte, er weiß ganz genau, wo meine Grenzen sind und er provoziert mich absichtlich, einfach nur, damit ich ihm überhaupt schreibe. Andererseits weiß ich nicht, ob er wirklich gecheckt hat wo die Grenzen sind. Ich fühlte mich davon so in die Enge gedrängt und mein Fluchtinstinkt kam zum Vorschein. Ich stieß ihn weg. Dann ließ er es immer noch nicht gut sein, sondern meinte, dass wir doch mal darüber reden sollten (ach, ich dachte, es ist meine Sache?!). Ich meinte daraufhin, dass ich nicht wüsste, was es zu besprechen gäbe. Ich hab ihm letzten Oktober klar gesagt, dass ich nichts von ihm will und er ist wirklich der letzte meiner Freunde mit dem ich was anfangen würde. Naomi meinte, dass er vielleicht denkt, dass ich meine Meinung noch ändere, weil das im Oktober ja sehr kurz nach der Sache mit meinem Ex war. Ich versteh Kerle einfach nicht. Wenn ich irgendwie ansatzweise was von ihm wollen würde, würde ich mich doch ganz anders verhalten. Aber gut, ich will ihm keinen Vorwurf machen, er hat auch nicht unbedingt Erfahrung mit Mädels. Nachdem ich das mit dem besprechen schrieb, kam er plötzlich wieder von meinen Gefühlen für ihn auf das Sommerfest zurück und meinte eingeschnappt, dass ich also nichts dazu zu sagen hätte, dass er mir nicht leid tut und dass er sich aus meinem Kram raushalten solle. Dann meinte er, dass er sich erstmal distanzieren würde, weil das besser für uns beide ist. Seh ich ganz genau so. Ich hab ihm dann nur noch einen Screenshot mit der Stelle geschickt, wo ich geschrieben hatte, dass es mir sehr wohl leid tut. Der Typ ist so krank. Ich sollte mich echt von solchen Psychopathen fernhalten. Aber ich will ihn auch nicht komplett ihm Stich lassen, weil er momentan fast keinen Kontakt zu seiner Familie hat und wirklich viele Freunde hat er auch nicht. Und ja, ich werde von ihm in die Muddi-Rolle gedrängt und momentan ist mir das alles zu viel. Wenn man mich in die Enge treibt, erreicht man genau das Gegenteil. Und ich verstehe nicht, warum er es nicht einfach gut sein lassen konnte. Aber gut, ich denke, dass wird sich schon wieder einrenken. Das ist einfach viel zu viel Drama für mich - vor allem, wenn es ein Kerl ist, der das Drama startet. ich versteh ja, dass er sauer wegen dem Missverständnis ist, aber ich fand es echt dreist von ihm mir irgendwelche Gefühle für ihn zu unterstellen. Naja, mal sehen. Vermutlich sehen wir uns eh bald wieder, wenn Addi seinen Geburtstag feiert. Wir werden sehen.
Okay, anderes Thema:
Ich hab heute was sehr verrücktes und wahrscheinlich auf ziemlich Dummes gemacht.
Ihr erinnert euch an meine Anziehungen bezüglich meines Tutoriumsleiters? Wir nennen ihn hier T, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.
Also: Gestern war das letzte Tutorium dieses Semesters und normalerweise geht man danach immer noch zusammen in den Biergarten. Wir waren aber nur noch zu dritt ihm Tutorium, nicht mal Toni war da (weshalb ich sie später hätte schlagen können :P). Die anderen beiden Kommolitonen meinten, sie hätten keine Zeit danach, als T fragte, wie es bei uns aussieht. Ich sagte gar nichts, weil ich komplett verunsichert war. Ich hab selbstbewusstere und wenig selbstbewusstere Tage und gestern war es auf jeden Fall letzteres. Nicht unbedingt die beste Voraussetzung dafür mit seinem Tutoriumsleiter alleine zu sein. Also fingen wir mit dem Tutorium an. Am Ende machen wir alle ein bisschen Smalltalk. Die anderen beiden Kommolitionen verschwanden sehr abrupt. Ich war gerade dabei meine Jacke anzuziehen und mich dazu zu entschließen, nicht irgendwas zu machen (obwohl Toni mich mit Nachrichten vollspamte, dass ich alleine mit ihm in den Biergarten gehen soll und mit ihm flirten soll - aber wie gesagt, ich war nicht besonders selbstbewusst gestern). Er wischte gerade hektisch die Tafel und meinte, als ich Richtung Tür gehen wollte plötzlich:"Und die Antonia ist heute nicht gekommen?" (weil wir zwei sonst immer zusammen ins Tutorium gehen und praktisch immer zu zweit rumlaufen).
Ich:"Nein, die konnte ich heute nicht motivieren. Die hat gar keinen Bock mehr auf Uni."
Dann meinte er so, dass das ja verständlich sei und dass er sich eh gefreut hat, dass heute noch welche da waren. Dann hielt er mir die Tür auf und wir führten den Smalltalk über das Tutorium, das Studium und den Schwerpunkt weiter. An der Straße fragte ich dann, wo er hin muss und wir hatten den selben Weg. Wir redeten weiter und kurz bevor sich unsere Wege trennen sollten, meine ich, dass ich in diese Richtung muss und einen Kaffee brauche, weil ich sonst einschlafe. Ich dachte eigentlich, dass er sich dann verabschieden würde und sich unsere Wege trennen würden. Falsch gedacht. Er meinte, dann trinkt er auch noch schnell einen mit. Als ich gerade meine Karte aufladen wollte, meine er:"Nein, komm, ich lad dich ein."
Ich:"Nein, ich zahl selber, aber danke."
Er:"Nein, komm jetzt!"
Ich gab nach. Ich fand das sehr nett von ihm, aber ich war auch insgesamt ein bisschen überfordert mit der Situation. Ich meine, er ist höchstens fünf Jahre älter als ich, aber er ist halt auch mein Tutoriumsleiter gewesen. Trotzdem konnte man sehr gut mit ihm reden. Wir haben uns dann rausgesetzt und weiter geredet. Über alles Mögliche: Familie, Reisen, seine Examensvorbereitung, das Studium, Arbeit, Herkunft, etc. Es war tatsächlich erfrischend, mal mit einem Mann zu reden, der sein Leben im Griff hat und trotzdem noch jung ist und irgendwie auf der selben Wellenlänge wie man selbst. Es war ein sehr nettes Gespräch. Dann fing es plötzlich an sehr dunkel zu werden, obwohl es erst fünf war. Ein Gewitter zog auf und sorgte dafür, dass wir uns verabschiedeten. Unsere Verabschiedung war etwas merkwürdig. Normalerweise hätte ich in umarmt, aber ich wusste nicht, ob das angebracht war und ich dachte mir auch, dass er der Kerl ist und wenn dann schon von ihm etwas kommen muss. Er wirkte auch ein wenig verunsichert, vielleicht hätte ich auch mein Pokerface ablegen sollen. Zum Schluss meinte er, wenn irgendwas ist, kann ich ihm immer gerne eine Mail schreiben oder ansonsten ist er auch jeden Tag in der Bib im zweiten Stock. Ich weiß immer noch nicht, ob er das einfach aus Höflichkeit und Verantwortungsbewusstsein gesagt hat. Es fing an zu schütten und zu hageln und ich ging zurück zur Arbeit. Erst dort fiel mir siedend heiß ein, dass ich mich gar nicht für den Kaffee bedankt hatte. Und das war mir super unangenehm, weil ich so eigentlich gar nicht bin und unter keinen Umständen will, dass jemand denkt, dass ich sowas für selbstverständlich nehme und nicht als nette Geste zu schätzen weiß (auch wenn es mir etwas unangenehm ist).
Ich arbeitete noch eine Stunde und dann traf ich mich mit Franzi zum Essen. Sie meinte sofort, ich soll ihm eine Email schreiben und mich für den Kaffee bedanken. Ich war mir unsicher. Ich bin normalerweise eine Passivjängerin. Das heißt: ich jage nicht aktiv Kerlen hinterher und nein, ich bin auch nicht nur das Wild, das gejagt wird. Ich brauch ein bisschen Spannung, ein Kerl - wie Hendrik - zum Beispiel, der sofort zurückschreibt und von Anfang an viel zu sehr bemüht - verliert schnell mein Interesse. Und genau diese Art von Jungs mochte ich schon immer: die Mr. Darcy's, die Staubfinger, die Patrick Veronas dieser Welt. Für Sonnyboys hatte ich nie wirklich was übrig. Aber ich schweife ab. Auf jeden Fall ist es überhaupt nicht mein Ding irgendeinem Kerl hinterher zu jagen. Aber Franzi kam dann mit ihrer Motivationsrede, dass mein Schicksal selbst in die Hand nehmen müsse, dass ich so wenigstens weiß, woran ich bin, etc. Und am Ende des Abends ließ ich mich dann tatsächlich überzeugen. So untypisch für mich. Ich schickte Toni, Ina und Naomi zwei Entwürfe der Formulierung der Email. Es kamen komplett unterschiedliche Meinung dabei raus, aber Toni toppte es natürlich. Sie meinte, sie würde mir heute in der Vorlesung sagen, was sie am Besten findet.
Ich traf Toni heute schon zufällig auf dem Gang, zusammen gingen wir zur Vorlesung.
Der Prof war noch nicht da, ich zog gerade meine Jacke aus, als sie sagte:"Du schreibst ihm gar keine E-Mail - du gehst heute in die Bib, wo er immer ist und gibst ihm deine Handynummer!"
Ich war erst mal baff. Ich musste mich gestern schon überwinden und jetzt sollte ich drei Mal so mutig sein und das machen? Etwas was gar nicht meine Art und absolut nicht passivjägerisch ist? Puhh
Ich war zuerst total dagegen. Ich mein, ich ließ mich ja gestern schon überzeugen, ihm eine Mail zu schreiben, aber Toni muss natürlich immer noch eine Monsterkirsche auf's Sahnehäubchen setzen.
Das Ding ist auch: ich bin ein Kontrollfreak. Überhaupt nicht bezüglich anderen, aber sehr hinsichtlich meiner selbst. Ich liebe es mich auf Dinge einzustellen, zu planen und zu wissen, was auf mich zukommt. Und ich habe nicht nur immer einen Plan B sondern sogar einen Plan C und D. Nur für alle Fälle. Deswegen bevorzuge ich es auch bei Kerlen die Oberhand zu behalten. Ich habe nie irgendeinen Kerl gejagt. Wenn ich jemanden mochte, war ich zwar höflich und freundlich, aber mehr war von meiner Seite nicht zu erwarten. Ich weiß nicht genau warum. Kontrolle, Schüchternheit, hohe Ansprüche. Das wäre dann praktisch das erste Mal, dass ich so forsch und aktiv auf einen Kerl zugehen würde. Hab ich dann noch die Oberhand? Im Endeffekt überlass ich ihm dadurch ja wie oder ob es überhaupt weiterläuft. Einerseits könnte ich mich dadurch entspannt zurücklehnen, aber das bin ich irgendwie nicht. Ich möchte selbst die Kontrolle darüber behalten. Deshalb bevorzuge ich es auch sehr viel lieber, wenn Kerle mir ihre Nummer geben. Aber man soll ja offen für Neues sein. Und ich will diesen Sommer so viele Erinnerungen wie möglich schaffen. Die beste Zeit um Single zu sein ist genau jetzt. Und ich nutze diese Zeit vielleicht nicht ganz so wie ich sollte oder könnte. Klar, ich geh oft feiern, mach viel mit Freunden und hab eine wirklich tolle Zeit. Aber was Kerle angeht herrscht momentan echt tote Hose. Liegt natürlich auch daran, dass ich gewisse Ansprüche habe und einfach schon vorher aussortiere. Ich will unter keinen Umständen etwas Festes, aber ein bisschen Spaß würde mir gut tun. Und nein, ich melde mich nicht auf Tinder an. :D Dafür bin ich zu konservativ. Und zu paranoid. :P Was ich sagen wollte, ist, dass obwohl ich mein Horizont, was mein Beuteschema betrifft, zwar auf jeden Fall erweitert habe, aber trotzdem ist es nicht ganz so leicht, Kerle zu finden, die ich wirklich gut finde. Okay, die letzten Monate hab ich auch gefühlt nur in der Uni verbracht und in meinem Semester sind nicht unbedingt die männlichsten Männer - im Gegenteil.
Ich schweife schon wieder ab. :D
Ich war nicht bereit, die Kontrolle so aus der Hand zu geben, noch dazu, wenn von seiner Seite nicht wirklich Andeutungen kamen. Aber vielleicht ist das genau etwas, was man einmal im Leben gemacht haben muss?
Toni zeigte keine Gnade. Sie war kurz davor eine Abstimmung auf Jodel zu machen.
Ihre Argumente:
- was du von gestern erzählt hast, ist da auf jeden Fall was
- er hätte nicht mitkommen müssen und er hätte sich auch viel schneller wieder verziehen können
- er hätte deinen Kaffee nicht bezahlen müssen
- ihr wart im Tutorium auch schon immer so in eurer "Zone"
- sonst weißt du nie woran du bist
- sonst hätte er dir nicht so genau gesagt, in welches Bib er immer ist
- selbst wenn es nichts wird warst du wenigstens mega mutig
- so was muss man einmal gemacht haben
- Kerle finden das super, wenn das Mädel den ersten Schritt macht (Toni hat im Spätsommer letzten Jahres genau so einem Typen in einer Bar ihre Nummer gegeben - aus ihnen ist aber nichts geworden)
Ich hab dann nochmal Franzi, Ina und Naomi und Rat gefragt, weil ich mir einfach total unsicher war. Wieder waren die Meinungen gemischt.
Bedenkt: Während wir die ganze Zeit diskutierten, lief schon die Vorlesung.
Toni fing schon an einen Zettel zu falten, meine Nummer darauf zu schreiben + "Danke für den Kaffee :)"
Dann zeriss sie den Zettel und riss nur ein Stück aus ihrem Block raus, weil es sonst "zu geplant" rüber kommen würde.
Ich war immer noch am Hin und Her überlegen, aber Toni bearbeitete mich durchgehend.
Wir beschlossen dann die Vorlesung, aus der wir nichts mitgenommen hatten, Vorlesung sein zu lassen und rüber ins das Gebäude zu gehen, wo sich die gewisse Bib befand.
Wir wollten erstmal schauen, ob er überhaupt da war - wenn nicht, wäre das Schicksal auf meiner Seite und ich würde die Vision mit der E-Mail nehmen.
Wir setzten uns auf eine Bank um die Ecke vom Eingang der Bib. Nach ewigen Diskussionen, sprang Toni auf und meinte sie "checkt jetzt mal die Lage". Ich blieb auf der Bank sitzen, während sie um die Ecke flitzte. Ich dachte, das Schicksal wäre vielleicht doch auf meiner Seite. Aber nach zehn Sekunden bekam ich eine Nachricht von Toni:"Er ist da! Er sitzt am Fenster!"
Und ich dachte mir nur: fuuuuuck.
Und schon war sie auch wieder zurück. Sie sprühte vor Aufregung und Vorfreude. Und mein Puls fing an Überstunden zu machen.
Ich:"Ich brauch einen Shot!" Mit Alkohol würde ich nicht so viel darüber nachdenken.
Sie:"Nein, du gehst da jetzt rein! Ich hab kurz so getan, als würde ich was an den Regalen schauen und bin dann wieder raus. Und er hat mich nicht gesehen."
Ich:"Alter, ich kann das nicht."
Sie:"Klar kannst du das! Du siehst Bombe aus, als würde der dir einen Korb geben! Schau dich mal an!"
Als ob es nicht schon genug war, dass ich mega nervös war, musste sie mich auch noch verlegen machen. Nein, ich fand es ja total süß, dass sie sich so für mich einsetzt! Und vielleicht war das Karma. Ich hab sie nämlich damals auch überredet, dem Typ in der Bar ihre Nummer zu geben.
Trotzdem war ich so nervös. Einfach weil ich nicht wusste, woran ich war und ob das nicht alles total idiotisch und dumm ist.
Ich:"Können wir kurz runter ins Café gehen, dann trink ich noch ein Bier."
Sie:"Sabrina, du brauchst kein Bier!!! Du machst das jetzt! Ansonsten kann ich auch für dich reingehen und ihm deine Nummer geben."
Ich:"Ne, das wäre nicht so gut glaub ich. Ich bin zwar ein Schisser, aber das muss er ja nicht gleich erfahren."
Sie:"Okay, dann geh da jetzt rein!"
Ich:"Mädel, du machst mich fertig!"
Und ausgerechnet heute hatte ich mir nicht allzu viel Mühe mit meinem Aussehen gegeben, weil ich dachte, ich würde nur für eine Vorlesung und eine AG in die Uni gehen. Bad-Hair-Day hatte ich außerdem. Zumindest hatte ich hohe Schuhe an, das machte sie Sache etwas besser.
Ich beschloss mit meinen Kopfhörern auf einem Ohr Musik zu hören, während ich rein ging. Meine Hände zitterten als ich das Kabel einsteckte. Ich machte "Hey Porsche" an und versuchte ein paar Mal tief durchzuatmen. Toni redete währenddessen weiter auf mich ein, wie schon seit der Vorlesung.
Und ich dachte mir: Wenn ich es nicht mache, werde ich mich vielleicht fragen - was wäre wenn?
Better oops than what if.
Und so besprach ich ein letztes Mal mein Vorgehen mit Toni, stand auf und ging los.
Die Tür zur Bib drückte ich erstmal zu, anstatt sie aufzuziehen. Typisch ich. :D Ich ging in den Raum, scannte und sah ihn ganz hinten am Fester. Weil ich die Tür schwungvoll zugeschlagen hatte, sahen mich schon alle an. Jaja, ich war ein böser Störfaktor. T bekam davon nichts mit, weil er Kopfhörer aufhatte. Ich bahnte mir den Weg durch die Tische und vorbei an einem Stuhl, auf dem ein Kerl seine nackten Füße platziert hatte.
T sah mich erst im letzten Moment, also erst als ich neben ihm stand. Er riss sich schwungvoll die Kopfhörer vom Kopf und meinte:"Heyy!"
Ich:"Hey."
Er wollte irgendwas sagen, aber ich schob ihm nur ganz subtil den zusammengefalteten, aber dennnoch abgerissenen Zettel auf den Toni meine Nummer und den Satz geschrieben hatte hin, meinte "Viel Spaß noch" (ich meine so was wie "danke!" von ihm gehört zu haben) und stolzierte so selbstbewusst wie möglich aus der Bib. Ich will gar nicht wissen, was sich die Aufsicht gedacht hat, als erst Toni zehn Sekunden drin war und dann ich zehn Sekunden.
Meine Hände zitterten immernoch, als ich wieder zu Toni um die Ecke ging.
Sie faltete ihre Klausur zusammen und meinte:" Du warst ja schnell, ich konnte gar nicht meine Klausur lesen! UND?????"
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich gesagt hab.
Aber sie ist daraufhin aufgesprungen und hat eine Mischung aus Indianer- und Freudentanz veranstaltet.
Sie ist komplett ausgerastet, meinte, sie ist so stolz auf mich und omg und alles. :D
Dann nahmen wir schnell unsere Taschen, weil wir kurzzeitig Paranoia hatten, dass er aus der Bib kommen würde und uns inflagranti erwischen würde und dann wäre meine vorgetäuschte ach so spontane Coolness natürlich dahin. :P
Wir griffen unser Zeug, und rannten in die entgegengesetzte Richtung die Treppe runter. Wir winkten noch kurz Eric, einem Typen aus meiner Arbeit und verließen zügig das Gebäude. Wir wechselten die Straßenseite und gingen im anderen Gebäude zu unserem AG-Raum. Toni führte ein weiteres Argument auf und meinte, er ist in der Examensvorbereitung bestimmt total unterv*gelt.
Ich wusste nicht was ich von der Sache halten soll. Das Adrenalin schoss immer noch durch meine Venen und obwohl es mittlerweile Mittags war, verspürte ich deshalb kein Hungergefühl.
In der AG haben wir Julia alles erzählt, die es total gefeiert hat und die Situation ähnlich hoffnungsvoll sieht wie Toni.
Toni hat übrigens im Sommer vor einem Jahr ihre Nummer einem AG-Leiter gegeben, der sich dann aber nie gemeldet hat.
Julia hat genau zu diesem Zeitpunkt ihre Nummer auch einem anderen AG-Leiter gegeben, aber der hatte leider eine Freundin.
Ich sollte mir also wohl nicht allzu große Hoffnungen machen.
Ich bin schon irgendwie stolz auf mich, dass ich es (mit viel Druck von und eigentlich nur mit Unterstützung von Toni) durchgezogen habe, aber ganz wohl fühl ich mich nicht. Ich weiß, ich sollte das total entspannt sehen, aber das ist nicht ganz so leicht für einen Kontrollfreak. :D
Je länger ich darüber nachdenke umso mehr komm ich zu dem Schluss, dass das eine idiotische Idee war und es ist mir sehr unangenehm. Ich war heute sogar laufen um das zu verdrängen. Ich hasse es in dieser Schwebe zu sein. Das ist einfach nicht meine Natur.
Mittlerweile denke ich auch nicht, dass etwas von ihm kommen wird. Und das ist auch okay so, ich mein, ich finde ihn ja nur anziehend und ganz cool.
Wir werden sehen, aber ich versuche mir keine Hoffnungen zu machen, dass irgendwas von ihm kommt.
Naja, das war also bisher eine ziemlich aufregende Woche - für meine Verhältnisse.
Morgen treff ich mich mit Chris am See, mal schauen, was er dazu sagt.
Am Freitag gehen wir Mädels feiern und ich versuche das Prinzip aus Traumfrauen zu verwirklichen. T ist nur Nagellack Numero uno. So bewahr ich mich vor irgendeiner emotionalen Verwicklung für die ich weder Zeit noch Lust darauf habe.
Bin gespannt, wie der Sommer so wird.
Bis bald!

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Dienstag, 10. Juli 2018
Get your hands off my hips before I punch you in the lip
Hey ihr Lieben!

Ich hab leider nicht lange Zeit, weil ich gleich zu einem Tutorium muss.
Ich versuche mal alles so gut es geht zusammen zufassen.
Meine Prüfungsphase ist vorbei, yeii! Zumindest, wenn ich alle bestanden hab, was sich erst am Ende des Monats rausstellen wird.
Ich bin sehr glücklich.
Hendrik ist momentan wieder am AUSRASTEN. Ich dachte, wir hätten alles geklärt und könnten jetzt wieder unkompliziert Freunde sein. Ohne irgendwelche Scheiß Gefühle. Aber nein. Natürlich muss er wieder mit so einer Kacke anfangen.
Wir waren in meiner Prüfungsphase relativ oft zusammen in der Bib, einfach weil es sich ergeben hat.
Aber ich glaube JEDER in dieser Bib dachte, dass wir zusammen sind. Hendrik ist normalerweise jemand, der keinen Körperkontakt will. Oder nur so wenig wie möglich. Er hat sich früher sehr gegen Umarmungen gesträubt und sogar mal einen Streit mit mir angezettelt, weil ich irgendwie seinen Arm berührt habe oder so. Ja, er ist komisch. Aber gut. Momentan braucht er SO VIEL Körperkontakt. Er will ständig Umarmungen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Umarmungen und ich verteile sie auch gerne an Leute die ich mag. Aber mein Bauchgefühl sagte mir irgendwie, dass er das nicht aus rein freundschaftlichen Gründen will. Ich hab ihn einmal als wir zusammen in der Bib waren zu einer Vorlesung gebracht, weil ich ein bisschen frische Luft brauchte. Und obwohl wir uns danach noch gesehen haben, wollte er eine fette Umarmung vor der Vorlesung. Und irgendwie war mir das auch unangenehm, weil das so ein zur Schau stellen war. Außerdem hat er in der Bib auf einmal angefangen, meinen verspannten Nacken zu massieren. Wieder: Versteht mich nicht falsch, ich liebe es massiert zu werden, aber nicht von einem Kerl, bei dem ich nicht weiß, ob das alles noch so rein platonisch ist. Und außerdem war das keine Bib mit kleinen versteckten Ecken, wo man das ohne die Blicke andere hätte machen können. Nein, diese Bib ist so aufgebaut, dass sich praktisch fünf Reihen von Tischen jeweils gegenübersitzen. In einem großen quadratischen Raum ohne Regale oder Nischen. Und alle haben das mitbekommen. War sehr unangenehm. Ich hab ihn dann auch gegeschubst, weil ich das nicht wollte, aber ob er diesen Wink mit dem Zaunpfahl verstanden hat ist zweifelhaft. Als wir einmal bei den Spinds waren, war ich von 14 Stunden Bibliothek so komisch drauf, dass ich die Idee hatte, mich im Kreis zu drehen, bis mir schwindelig wird. Ja gut, ich bin auch komisch. :D Auf jeden Fall hat er mich an der Taille gepackt und an sich gezogen. Ich dachte mir nur: WTF?! Erstens: Wie kommst du dazu meine schönen Drehungen zu unterbrechen? An der Taille anfassen ist wirklich nochmal was anderes als am Arm oder so. Außerdem kamen noch so Aussagen, dass er mich an der Stabi an meinem Hintern erkannt hätte.
Booooyyyy back off.
Und am Samstag ist es dann ESKALIERT!
Fortsetzung folgt, ich muss leider los.
Bis bald!

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Samstag, 9. Juni 2018
Guys my age don't know how to leave me
Hey ihr Lieben!
Es gibt ehrlich gesagt nicht wirklich viel Neues, aber ich hatte Lust, mal wieder zu bloggen.
Ich denke, ich kann sagen, dass ich über die Situation mit meinem Ex hinweg bin. Über ihn als Person bin ich relativ schnell hinweggekommen, aber die Situation zu verarbeiten hat etwas länger gedauert. Aber ich denke, ich bin so weit. Natürlich mag es vielleicht anders sein, wenn ich ihn irgendwann mal persönlich wieder sehe. Aber im Endeffekt wünsche ich ihm alles Gute. Ich hoffe, dass er sein Leben in den Griff bekommt und eines Tages, wenn er bereit ist, ein tolles Mädchen kennenlernt. Im Endeffekt haben wir alle Glück verdient. Wir hatten weder ein schönes Ende noch einen sauberen Schnitt, aber das ist okay. Wir haben beide daraus gelernt und im Endeffekt hätte es nicht besser laufen können. Hätte ich es früher erfahren, wäre ich aufgrund meines Schlafmangels wahrscheinlich durch meine Prüfungen gefallen. Und das dritte Semester war sowieso heftig, weil ich so viel zu tun und so wenig Zeit hatte, das mir im Endeffekt auch die Zeit für einen Freund gefehlt hätte. Und die beste Zeit um Single zu sein ist genau jetzt.
Ich hab nie meinen Willen mit den Waffen einer Frau durchgesetzt. Wirklich nie. Dafür war ich nicht der Typ. Aber ich beginne eventuell den Gefallen daran zu finden. Natürlich alles noch in moralischen Rahmen. Ich würde nie vorsätzlich etwas tun, von dem ich weiß, dass es jemand anderen zutiefst verletzt.
Mein Selbstbewusstsein ist noch nicht auf dem Stand auf dem es sein sollte, aber ich spiele es vor bis ich es selbst glaube. Manchmal klappt es besser, mal schlechter.
Ich bin momentan mitten in der Prüfungsphase und hab buchstäblich kein Leben und bin nur zum Schlafen zu Hause. Aber das ist okay. Es ist heftig. Aber es wird mich nicht davon abhalten, dieses Studium durchzuziehen, zu genießen und hoffentlich irgendwann einmal den Beruf zu ergreifen, den ich mir vorstelle. Ich bin absolut bereit für auf Schlaf und ein soziales Leben zu verzichten. Natürlich nicht dauerhaft. Aber die Prüfungen sind ja auch nicht dauerhaft.
Momentan fühle ich mich auch wieder so als wäre ich 16. Ich weiß noch sehr genau, wie anziehend ich Consi fand und es immer auf meine Hormone schob und nie darauf, dass ich ihn sehr nett fand und er irgendwas bei mir auslöste.
Nun ja, mein neues Opfer ist wie es aussieht mein Tutoriumsleiter. Kann natürlich auch gut an irgendwelchen komischen Hormonen liegen, die wieder verfliegen, aber momentan finde ich ihn körperlich sehr anziehend. Obwohl er überhaupt nicht mein Typ ist - mal wieder. Was anderes bin ich ja nicht von mir gewohnt. Aber wodurch er meine Aufmerksamkeit erregte, war die Tatsache, dass er sich traute frech zu sein. Er meinte spaßhalber, als ich das erste Mal bei ihm im Tutorium war, dass ich beim Einparken immer Autos anfahren würde und Fahrerflucht begehen würde. Frech. Aber er hatte sich getraut und es irgendwie charmant rüber gebracht. Ich würde nicht sagen, dass ich mit ihm im Tutorium flirte. Toni und ich sind immer schon den ganzen Tag mega gut drauf und das bleibt dann auch im Tutorium so. Ich hab keine Ahnung, was ich mache. Irgendwo ist es mir so egal, aber andererseits habe ich auch Lust zu spielen. Primär stehen natürlich erst mal meine Prüfungen an und auf die werde ich mich konzentrieren. Aber mal schauen, was der Sommer so bringt. Und das Tutorium.
Okay, ich muss los.
Ich sollte ins Bett.
Aber je nachdem was Toni jetzt sagt, schreib ich meinem Tutoriumsleiter jetzt noch eine Mail.
Gute Nacht ihr Lieben!

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Dienstag, 1. Mai 2018
Update
WhatsApp:
Felix:"Der Flo ist am Nebentisch, soll ich was machen?"
Ich:"Was würdest du denn machen?"
Er:"Was willst du denn?"
Ich:"Die Frage ist, was du willst."
Er:"Sag einfach, dann entscheide ich."
Ich:"Hat er irgendwas gesagt oder so? Ansonsten will ich eigentlich nur, dass du eine gute Zeit hast und auf dich aufpasst."
Er:"Ne, aber er will mit mir feiern."
Ich:"Bitte was? Inwiefern?"
Er:"Er wollte anstoßen, als ob nichts wäre."
Ich:"Alta. Dreist. Der soll weg von meinen Freunden!!"
Er:"Warum?"
Ich:"Weil ich es bevorzuge, wenn meine besten Freunde in der Gesellschaft netter Menschen sind."


Ich schätze er ist schon gut dabei und hat vielleicht irgendwelche Pillen intus, sonst würde er sich das nicht trauen.
Aber ich nerve mich selbst gerade eigentlich noch viel mehr, weil irgendwas von mir dorthin zurückfahren will und ihm entweder sagen will, er soll sich gefälligst von meinen Freunden fernhalten oder ihm mit stattlicher Größe gegenübertreten.
Es ist nicht nett, aber: Ich hoffe, dass er jedes Mal, wenn er jemanden von meinen Freunden sieht, an mich erinnert wird und dass sein Körper genau so verrückt spielt, wie meiner, wenn ich seinen Namen höre.
Das ist wirklich nicht nett. Ich hab mir eigentlich vorgenommen, netter zu sein, aber seine Dreistigkeit erstaunt mich doch.
Falls es ein Update gibt und Felix nicht zu betrunken ist, um mich auf dem Laufenden zu halten, gibt es ein Update.

Felix (scheinbar gut dabei, was den Alkohol angeht):"Soll ich was machen??"
Ich:"Ich denke nicht, dass er das wert ist."




Ein Lied, das mir heute im Kopf rumgegangen ist:




"When you can look at her picture and not wanna kiss her no more". ✔
"When you don't feel like you've been hit by a train at the sound of someone saying her name anymore". Leider bin ich diesbezüglich noch anfällig.
"When you can drive down the road and not be afraid of what's playing on the radio". Mittlerweile ✔
"When the time of the year don't stir up the tears anymore". ✔
"When it don't feel like the past is a gun and there's nowhere to run anymore". Naja heute hat es sich ein bisschen so angefühlt.
"When it don't take every bone to not dial her number just leave her alone". ✔
"When you wouldn't go back even if you could". ✔
"When hearing she's happy finally feels good". Diesbezüglich bin ich mir nicht ganz sicher. Es wäre vielleicht nicht ganz so leicht, aber wir haben es alle verdient, glücklich zu sein.



But I miss me more

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So many things that you wish I knew but the story of us might be ending soon
Es war so klar.
Ich frage mich, warum ich es nicht habe kommen sehen, weil es so klar war.
Vor ein paar Tagen dachte ich, ich hab einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Ich mache jeden Tag kleine Schritte und es geht nur bergaufwärts, aber dieser Schritt war ein kleiner Meilenstein. Ich gestand mir ein, dass mein Ex und ich uns nie wirklich geliebt haben. Zumindest am Schluss nicht mehr. Und vielleicht auch nicht so wie es sein sollte. Ob ich dazu fähig bin ist die andere Frage. Das spielt aber momentan keine Rolle. Mit diesem Eingeständnis fühlte ich einen Seelenfrieden, den ich seit Monaten Stück für Stück aufbaue. Es fühlte sich gut an. Es fühlte sich nach einer Vergangenheit an, die ich hinter mir gelassen hatte. Und natürlich, musste er das tun, was er am besten kann. Sich mir in den Weg stellen und es zerstören.
Okay, ich will nicht übertreiben. Er hat es nicht zerstört. Aber es nervt mich ungemein, dass er immer noch eine Wirkung auf mich hat.
Es braucht nur irgendjemand seinen Namen sagen und mein Herz fängt an Überstunden zu machen.
Heute war es besonders extrem.
Ich war mit Lene, Ina und Vroni auf einem Fest bei mir in der Nähe. Ich war sehr gut gelaunt und es war schön, die ganzen Leute von früher wieder zu sehen. Bei manchen mehr, bei manchen weniger. Wie sollte es anders in dieser Gegend sein, ging es neben trinken hauptsächlich um sehen und gesehen werden. Das ist nicht ganz meine Welt, aber das spielt keine Rolle. Wichtig war für mich nur, dass ich eine schöne Zeit mit meinen Freunden hab, die ich leider viel zu selten sehe.
Wir Mädels hatten uns einen Tisch geschnappt und nach einer Weile setzte sich Chris zu uns. Plötzlich sagte er:"Ich weiß nicht, ob ich es dir sagen soll, aber ich hab den Flo vorher gesehen."
Ich nur:"Nein!"
Et voilá, das Herzrasen setzte ein, als könnte es sich noch genau an den September erinnern.
Zuerst war ich fassungslos, weil ich ihn nie auf so einer Veranstaltung erwartet hätte. Ich meine, traditionell und dann auch noch irgendwo schickimicki sind beides Dinge, die ihn nie interessiert haben.
Dann war ich sauer. Wie konnte er es wagen hier her zu kommen? Das ist mein Revier.
Dann schmiedete mein Kopf in Überstunden Pläne. Und ich beschloss: Ich muss ihm gegenüber treten.
Ich wusste schon damals, dass das erste Treffen nach der Trennung das komischste sein wird und es vielleicht am Besten ist, es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen.
Ich war nervös, aber ich fühlte mich gewappnet.
Die Leute sagen er ist richtig abgestürzt und ich bin glücklicherweise auf dem Weg mich wieder selbst zu finden.
Was hatte ich zu verlieren?
Ich bereitete mich auf alle möglichen Situationen vor: Überforderung, Mädels, Dinge, die ich nicht hören oder sehen will.
Und trotzdem war ich der Meinung, dass ich es tun musste.
Ich wollte ihm freundlich gegenüber treten, so als wäre das alles vor Jahren passiert und wir alte Bekannte.
Gut, vielleicht wollte ich ihm auch irgendwas unter die Nase reiben, indem ich Größe zeigte.
Ich fragte sowohl Felix, als auch Julius um Rat, ob das eine gute Idee wäre.
Felix:"Wo ist er? Ich hab Lust auf eine Schlägerei!"
Dann meinte er, ich solle einfach "arrogant sein".
Aber das würde ja bedeuten, dass es mir nicht egal ist.
Julius dagegen meinte:"Sei einfach die Sabrina, die du immer bist."
Und damit konnte ich schon mehr anfangen.
Ina und Vroni brachten gerade die Gläser zurück, plötzlich packte Vroni mich an der Schulter:
Sie:"Da ist der Flo! Siehst du ihn? Er ist gerade vorbeigegangen, aber ich glaube, er hat dich nicht gesehen."
Ich blickte in die Richtung, in die ihr Finger zeigte und sag nur noch, wie er raus ging.
Ich fasste den endgültigen Entschluss mich ihm zu stellen.
Meine Hände fingen an zu zittern, was nichts bedeuten muss, weil mein Kreislauf nicht der Beste ist.
Aber trotzdem nervt es mich.
Aber ich weiß, dass er eines Tages keine Auswirkungen mehr auf meinen Körper oder meine Gedanken haben wird.
Und eines Tages, werde ich ihm gegenüber treten.
Womit wir zu dem kommen, was passiert ist und zwar nichts. Ich hab ihn seit dem nicht mehr gesehen. Wir sind noch ein bisschen durchgegangen, weil ich es einfach irgendwie hinter mich bringen wollte, aber wir haben ihn nicht gesehen. Dafür einen seiner Freunde.
Ich schätze, es sollte nicht so sein. Der liebe Gott hat sich dabei bestimmt was gedacht.
Trotzdem nervt mich es, dass mich dieses Geschehen wieder ein bisschen zurückwirft. Nicht weit und ich bin mir sicher, dass das in ein paar Tagen wieder besser sein wird, aber trotzdem ein wenig.
Aber: Alles passiert aus einem Grund.
Und es gibt keine andere Option als daraus zu lernen und das Beste daraus zu machen.

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