Samstag, 27. Juli 2019
Saw your face, heard your name, gotta get with you
Diese Woche war eine absolute Achterbahn der Gefühle.
Am Montag war ich gut drauf. Ich war mit Toni in einer Kunstausstellung und danach noch was trinken. Ich liebe diese Stadt. Sie ist so schön! Ich bin so privilegiert, hier wohnen zu dürfen. Ich bin so dankbar.
Der Dienstag war ja ziemlich gut, man bedenke nur meinen überdrehten Post.
Am Mittwoch war ich aus unerklärlichen Gründen nicht gut drauf. Es fing schon morgens an. Natürlich setzte ich in der Arbeit ein Lächeln auf und da ging es mir vergleichsweise noch am Besten an diesem Tag. Vor allem als mir der heiße Italiener ein Lächeln schenkte, als er die Treppe rauf ging. Schenk mir noch einmal dein Lächeln. Ich würde echt gerne nochmal mit ihm reden, aber das geht nur, wenn er zu mir runter kommt oder ich Dinge in seinem Arbeitszimmer erledigen muss. Das Problem ist: Ich weiß nicht, welches sein Zimmer ist, ich weiß nicht mal in welchem Stock er arbeitet und außerdem beschränkt sich meine Arbeit gerade auf drei Räume, von denen keiner der seine ist.
Ich interpretiere nichts in sein Lächeln, er hat wahrscheinlich sowieso eine Freundin. Aber er ist einfach zu 99% mein Typ und ich will ihn nicht ziehen lassen, ohne dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiß, dass er nicht für mich zu haben ist.
Ich habe jeden Namen aus dem Mitarbeiterverzeichnis in Facebook und Instagram eingegeben und ihn nicht gefunden. Es gab ein paar Namen mit denen ich gar keine Treffer erzielte. Ich vermute, dass er einer von denen ist, weil das Mitarbeiterverzeichnis erst aktualisiert wurde.
Ja, auch sonst hab ich sehr viele Hobbys. :D
Bis er wieder runterkommt um zu Scannen, werden wahrscheinlich wieder Monate vergehen. Ich muss also früher oder später einen Weg finden, ein Aufeinandertreffen zu erzwingen. Ganz undercover natürlich. Es soll wie ein Zufall wirken.
Wahrscheinlich zieh ich es eh nicht durch. Mein Stolz ist immer größer als jedes Verlangen nach einem Mann - wobei dieser es mir wirklich nicht leicht macht.
Themenwechsel.
Als Miri mich ablöste hat sie mir auch nochmal den Tag versüßt. Wir haben 40 Minuten lange geredet und danach ging es mir ein wenig besser. Sie erzählte von ihrem Umzug und ich war gefangen in ihrer Ausstrahlung. Sie ist wirklich unglaublich toll.
Sie machte mir ein Kompliment über meine Nägel und ich war kurz davor zu sagen, dass ich ihre Brüste mochte, aber ich konnte mich gerade noch rechtzeitig davon abhalten. :D Sie ist noch nicht bereit für meine komische Seite. Wir müssen erst noch warm werden. :DAls ich daheim und weg von Menschen war, ging es mir auch ein bisschen besser, aber irgendwas belastete mich und ich wusste nicht was. War es eine böse Vorahnung?
Abends erhielt ich die Themenliste meines Seminars und keines der Themen hatte etwas mit dem Überbegriff des Seminars zu tun.
Bei jedem Thema dachte ich mir nur: Hä? Ich konnte nicht einmal was mit den Begriffen anfangen, ohne googeln zu müssen.
Ich dachte, das wäre ein schlechter Scherz.
Dann war ich der Überzeugung, dass ich es hinschmeißen würde und nächstes Semester schreiben würde. Auch, wenn sich dadurch alles verzögern würde.
Ich redete mit Julia, die sich auch für dieses Seminar angemeldet hatte und ebenso geschockt war. Dann beschlossen wir, ins Bett zu gehen und uns das ganze am nächsten Tag anzuschauen.
Ich ging relativ entspannt ins Bett, weil ich mir selbst die ganze Zeit gut zu redete. Alles passiert so, wie es passieren soll. Meine Kraft liegt in Jesus. Es passiert nicht mir, es passiert für mich.
Ich versuchte das ganze Adrenalin, das durch meinen Körper rauschte, herunter zu fahren. Ich schlief besser als erwartet. Nur um am nächsten Morgen eine Panikattacke/kleinen Nervenzusammenbruch zu haben. Ich hatte das Gefühl, nichts mehr unter Kontrolle zu haben und völlig überfordert zu sein. Ich schickte panische Sprachnachrichten an Michi und Felix, die mich beruhigten und mir gut zu redeten. Ich liebe sie. Michi meinte, er konnte mit seinem Thema damals auch nichts anfangen, was mich extrem beruhigte.
Ich denke mir schon seit einer Weile, dass ich viel entspannter an alles rangehen muss. Es kann nicht sein, dass ich nachts mit rasendem Herzen aufwache, weil mein Körper von Stresshormonen geflutet wird. Das ist nicht gesund.
Ich versuchte es weiter.
Die Seminarbesprechung war besser als gedacht. Zwar war sich der Professor keiner Schuld bewusst und ich denke auch nicht, dass er nett bewerten wird. Aber ich ziehe das jetzt durch.
Die Themen wurden verlost. Ich hatte keine Präferenz, weil ich mit keinem wirklich etwas anfangen konnte. Als ich in den Umschlag nach meinem Thema griff, dachte ich mir nur so entspannt wie möglich, dass Gott mich leitet. Ich hab ein gutes Thema bekommen. Es gibt zwar wenig Literatur dazu, aber es ist ein interessanter Fall und einer, der definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Es wird hart, sich einzuarbeiten, aber ich ziehe das durch. Etwas anders akzeptiere ich nicht.
Ich ging mit Julia gleich in die Bib und machte mich an die Arbeit. Ich war sehr viel beruhigter als in den letzten 24 Stunden.
Mittags traf ich mich mit Max und wir gingen zusammen in die Mensa. In der Mensa traf ich auf Joschua. Wir redeten ein bisschen und Max meinte später, dass er auf jeden Fall Heiratspotential ist. :D Ich sagte ihm, dass ich nur glühe und nichts Festes will, aber das fand er anscheinend nicht so gut. Naja, ist ja meine Sache. :D
Abends traf ich auf Michi und Anna, die mir nochmal von ihren Erfahrungen berichteten und mir Tipps gaben. Michi brachte mir dann auch noch Vorhänge für meine Wohnung vorbei. Er ist einfach so ein lieber Mensch. Wie kann man ihn nicht mögen?
Ich saß bis abends da und recherchierte.
Heute stand ich früh auf und ging direkt in die Bib.
Ich hatte ein paar Konzentrationstiefs, aber ansonsten kam ich ganz gut voran.
Viel Neues gibt es nicht zu berichten. Eric hat mir nach einer Weile Funkstille geschrieben und mir schöne Grüße aus dem Urlaub geschickt.
Mit Simon schreibe ich auch ein bisschen, aber ich hab Zweifel, dass das noch zu was führt. Obwohl ich Lust darauf habe. Wir werden sehen.

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